Brunnenviertel.Wedding

Bunt Gemischtes aus der Mitte von Berlin

Spaziergänge im Brunnenviertel

eichhoernchen Nicht nur Eichhörnchen, Krähen, Igel und Schnecken fühlen sich im Kiez sehr wohl. Maria Dost hat die Tiere im Kiez beobachtet:

Abends, wenn ich Kopfschmerzen habe nach einem langen Tag oder Nachmittags, wenn ich nicht mehr weiter lernen kann für die Prüfungen an der Universität, nehme ich meine Kamera und mache einen Spaziergang durch das Brunnenviertel. Manchmal nur einen kurzen, den begrünten Teil der Stralsunder Straße rauf und runter, manchmal einen längeren über die Gleimstraße bis hinter zum Mauerpark und dann über die Bernauer Straße wieder zurück. Man sieht dabei interessante und schöne Sachen – Häuser, Menschen, Leben, Bäume, Blüten und manchmal auch ein paar Tiere. Mitten in der Stadt gibt es eine grüne Oase, der Teil der Stralsunder Straße, der für den Verkehr still gelegt wurde und mit Bäumen bewachsen ist. Hier kann man kraeheeinen Einheimischen beobachten, ein rotes Eichhörnchen, wie es durch die Bäume huscht, immer schnell von einem Ast zum nächsten springt und nur ganz selten mal lange genug still hält, um sich fotografieren zu lassen. Den buschigen roten Schwanz kann man weit über sich in den Bäumen oder auch mal weiter unten an einem Baumstamm leicht entdecken.

Auch andere Bewohner hat dieser Straßenzug. Vögel, die am Boden unter den Büschen herum hüpfen und Futter suchen. Auch sie sind eher scheu und huschen immer schnell davon, wenn man ihnen zu nahe kommt. Größere, schwarze und braune Amseln, und natürlich wie überall die Spatzen, findet man hier. Im Winter werden sie des Öfteren gefüttert von den Bewohnern, dann bleiben sie auch einmal länger sitzen und überwinden für das Futter ihre Angst vor den Menschen. Weiter oben am Vinetaplatz blühen auf den Wiesen im Frühjahr und Sommer die Gänseblümchen und die Bäume und Büsche. Im Herbst färben sich hier die Blätter der Bäume in wunderschönen Rot- katzeund Gelbtönen. Kinder spielen draußen und die Bewohner führen ihre Hunde aus. Am Sonntag hört man den Lärm vom Mauerpark herüber wehen, wo der wöchentliche Flohmarkt stattfindet und die Karaoke am Hang, der hoch zum Stadium führt. Der Mauerpark ist gerade am Wochenende immer einen Besuch wert, auch wenn man hier weniger Ruhe als viel mehr das pralle Leben findet. Berliner und Touristen gleichermaßen schlendern über den Flohmarkt, grillen an warmen Tagen im Park oder beteiligen sich an der öffentlichen Karaoke. Im Sommer spiegelt sich der Sonnenuntergang manchmal wunderschön in der Max-Schmeling-Halle und die Leute sitzen bis spät abends auf der Wiese.

Zurück in der Oase der Stralsunder Straße kann man ab und zu auch mal scheue Katzen sehen, die hier zwar gefüttert werden, aber trotzdem immer schnell wieder weg sind, wenn sie einen Fremden sehen. Besonders in den Innenhöfen und rund um das verlassene Gebäude in der Mitte der Straße sitzen sie in der Sonne und verschwinden dann immer schnell in den Büschen. Wieder vorn an der Brunnenstraße angekommen kann man manchmal noch ein paar Nebelkrähen sehen und sich an einem warmen Tag draußen in eines der Cafés setzen oder an einem kalten Tag hinein, um sich aufzuwärmen. Und die Menschen, die hier leben, beobachten und sich darüber freuen, dass man in einem so schönen Stadtteil wohnt.

Maria Dost ist 23 Jahre alt und studiert Biophysik an der Humboldt Universität. In ihrer Freizeit fotografiert sie gern in ihrer Nachbarschaft. Sie wohnt seit zweieinhalb Jahren im Brunnenviertel.

Text und Fotos: Maria Dost

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Information

Dieser Eintrag wurde am Dezember 7, 2013 von veröffentlicht.
%d Bloggern gefällt das: